Sensibilisierung für Barrieren bei der Sportjugend
- grunwald74
- 12. Aug.
- 3 Min. Lesezeit

Mitarbeiter*innen der Sportjugend Berlin konnten ihre Bildungs-Stätte auf eine neue Weise entdecken und haben dabei viel gelernt. Am Ende vom Text gibt es außerdem Tipps für Sensibilisierungs-Angebote vor Ort und online.
Einmal im Jahr treffen sich alle Mitarbeiter*innen der Sportjugend Berlin. Die Mitarbeiter*innen sprechen über ihre Arbeit und tauschen sich aus. In Klein-Gruppen können sie außerdem zu verschiedenen Themen mehr lernen. In diesem Jahr gab es zum Beispiel eine Gruppe dem Thema Social Media. Sie bekamen Tipps, wie gute Instagram-Beiträge erstellt werden können.
Eine andere Gruppe hatte das Thema „Sensibilisierung für Barrieren“. Dafür war eine Expertin von Pfeffersport e.V. eingeladen. Sie hatte Rollstühle und Simulations-Brillen mitgebracht. Mit den Simulations-Brillen werden verschiedene Seh-Beeinträchtigungen nachgeahmt. Dadurch bekommt man ein Gefühl, wie sich eine bestimmte Seh-Beeinträchtigung auf die Wahrnehmung auswirkt. Die Mitarbeiter*innen haben sich einen Rollstuhl oder eine Simulations-Brille genommen. Dann erkundeten sie damit die Bildungs-Stätte.
Sie haben ausprobiert, wie es ist, Gast in der Bildungs-Stätte zu sein. Fast 2 Stunden lang haben sie vom Betreten des Hauses über die Schlüssel-Ausgabe bis zum Ankommen im Zimmer alles nachempfunden. Sie waren auch zum Mittagessen im Speise-Raum. Dadurch sind ihnen viele Sachen aufgefallen, die für Menschen schwierig sein können, die einen Rollstuhl nutzen oder die eine Seh-Beeinträchtigungen haben. Zum Beispiel sind Fenster und Vorhänge schwierig zu benutzen, wenn man im Rollstuhl sitzt. Im Treppenhaus fehlt ein Handlauf, um mehr Sicherheit für blinde und sehbehinderte Menschen zu bieten.
In der Bildungs-Stätte gibt es auch unterschiedliche Boden-Beläge, zum Beispiel Laminat oder Teppich. Auf manchen Boden-Beläge ist es schwieriger mit einem Rollstuhl zu fahren. Aber Menschen mit Seh-Beeinträchtigung kann es bei der Orientierung helfen. Sie bekommen zum Beispiel gesagt, dass der Aufenthaltsraum Teppich hat. Wenn sie Teppich unter den Füßen spüren, wissen sie, dass sie richtig sind. Das zeigt, dass es nicht immer eine einheitliche Lösung gibt, sondern dass es von Expert*innen in eigener Sache ausprobiert werden muss. Und dass man miteinander sprechen muss.
Bei der Beschriftung der Zimmer-Türen ist aufgefallen, dass sie nicht für alle gut zu sehen waren. Der Kontrast zwischen Tür-Farbe und Beschriftungs-Farbe war nicht ausreichend. Das wurde inzwischen geändert. Jetzt ist die Farbe der Beschriftung hell genug. Neben den Zimmer-Nummern sind auf der Zimmer-Tür auch Symbole. Die Symbole stehen für verschiedene Sport-Arten. Das hilft Menschen, die sich besser mit Bildern als mit Zahlen orientieren können.

14 Mitarbeiter*innen haben bei der Gruppe mitgemacht. Für sie war es ein eindrucksvolles Erlebnis, die Bildungs-Stätte aus einer anderen Perspektive zu erleben. Die Erkenntnisse aus diesem Tag werden die Mitarbeiter*innen ab jetzt in ihre Arbeit einfließen lassen.
Sensibilisierungs-Angebote vor Ort und online
Wenn du die Gelegenheit hast, an einer Sensibilisierungs-Übung teilzunehmen, nutze sie! Am besten ist es, wenn ein*e Expert*in in eigener Sache dabei ist. Die Person kann dir erzählen, wie es für sie ist, mit einer Beeinträchtigung oder Behinderung zu leben.
Das hilft, Vorurteile abzubauen. Und sie kann dir beibringen, was für sie im Alltag Barrieren sind und wie sie damit umgeht.
Im „Stadtteil der Sinne“ kannst du ausprobieren, wie es ist, sich als blinde Person durch die Stadt zu bewegen: https://blindenhilfswerk-berlin.de/angebote/stadtteil-der-sinne/
Auch online kannst du erste Eindrücke sammeln:
Online-Spiel „Blind zum Bus“: https://www.woche-des-sehens.de/spiel/blind-zum-bus/
In diesem Spiel orientierst du dich nur mit akustischen Signalen und Hinweisen.
Online-Spiel „Zug in Sicht“: https://www.woche-des-sehens.de/spiel/zug-in-sicht/
Hier musst du den Weg zum Ticket-Automaten und zu deinem Zug finden. Du kannst drei verschiedene Seh-Beeinträchtigungen auswählen.
App „Inklu Game": https://inklumat.de/inklu-game
Du bist am Bahnhof und musst verschiedene Aufgaben lösen. Im Spiel kannst du eine blinde Person, eine gehörlose Person oder ein*e Rollstuhl-Nutzer*in sein.
Wie ging es dir in dem Spiel? Was hat dir geholfen? Was hättest du noch gebraucht?



